Only One
Eine Woche später:
Sasuke hatte nun endgültig den Entschluss gefasst, dass er Sakura seine wahren Gefühle gestehen wollte. Es hatte einfach keinen Sinn mehr so zu tun, als ob nichts wäre, als ob alles so wäre wie früher. Denn das war es nicht. Er konnte sie nicht mehr ignorieren, so wie sie es zurzeit tat. Das würde ihn nur innerlich zerstören und zu einem seelischen Wrack mutieren lassen. Jetzt konnte er seine Entscheidung nicht mehr rückgängig machen.
Er war auf dem Weg zu ihr. Wollte sie in ihrem Appartement überraschen, denn dort konnte sie ihm nicht aus dem Weg gehen oder ihn einfach nicht beachten. Die einzige Möglichkeit wäre dort ihm die Tür vor der Nase zuzuschlagen, aber das würde selbst Sakura nicht wagen.
War es eigentlich üblich ein Geschenk mitzubringen? Er hatte so etwas noch nie gemacht, daher wusste er es nicht. Er entschied sich doch noch schnell etwas zu kaufen, was ihr zeigen sollte, dass er an sie dachte. Aber was war dafür gut genug? Blumen? Nein, das kam doch langsam aus der Mode und außerdem müsste er dafür bei dieser Yamanaka vorbeischauen, weil ihre Familie den einzigen Blumenladen in ganz Konoha besaß. Verdammt, ihm fiel einfach nichts ein!
Was mochten Mädchen denn sonst noch? Wenn sie frustriert waren aßen sie doch Schokolade in Massen, oder? Warum nicht? Einen Versuch war es wert, aber es sollte dann doch etwas Anderes sein als eine handelsübliche Tafel Milka.
Sasuke kramte in seiner Hosentasche herum und fand was er suchte. Zum Glück, er hatte schon befürchtet sein Geld Zuhause vergessen zu haben.
„Das sollte reichen…“, murmelte er und betrachtete die kleinen Münzen.
Er suchte nach einem Geschäft oder Warenstand an dem er Schokolade bekam und fand nach kurzen Suchen den Süßigkeiten-Shop des Dorfes (hamm die so was xD). Er betrat den kleinen Laden und hielt Ausschau nach etwas, das Sakura gefallen könnte.
Er ging durch jede Warenreihe und fand am Ende, in der hintersten Ecke des Geschäfts etwas Ansehnliches. Eine riesige Packung der feinsten Schokoladensorten in Herzform. War das zu offensichtlich? Wie auch immer, er hatte keine Zeit mehr. Er hielt es nicht mehr lange aus, wenn er ihr nicht bald die Wahrheit sagen konnte!
Ohne zu zögern griff er nach einer Schachtel und ging damit zur Kasse. Sein Geld hätte beinahe nicht gereicht, aber dass er jetzt pleite war, war es ihm wert.
Noch schnell verabschiedete er sich von dem freundlichen Verkäufer und verschwand in der nächsten Gasse. Von dort aus sprang er auf das Dach eines Hauses und rannte, nach Sakuras Wohnung Ausschau haltend, über den Köpfen der anderen Bewohner Konohas durch das halbe Dorf. Wo wohnte sie noch gleich? Er war lange nicht mehr dort gewesen, sehr lange.
Doch irgendwann fand er es tatsächlich. Sie wohnte, genau wie Naruto, in einem dieser Häuserblocks, die extra für die Ninja angefertigt wurden.
//Bin ich blöd, da hätte ich doch sofort drauf kommen können…//
Der Schwarzhaarige landete nun fast lautlos auf dem Boden und ging langsam durch die dicht bebaute Siedlung und suchte den Namen Haruno. Er fand die richtige Tür recht schnell, daher verlor er keine Zeit und klingelte nach kurzem Zögern. Er atmete noch einmal tief durch und wartete auf das was ihn erwartete.
Nach fünf Minuten, die ihm wie mehrere Stunden erschienen, war allerdings immer noch nichts passiert. Was war los? War sie nicht da? Aber wo sollte sie sonst sein? Sie war doch gestern erst wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden…
Vielleicht, ja es war eine Möglichkeit. Sasuke dachte nicht länger darüber nach und lief sofort zu dem Platz an dem das alles angefangen hatte. Der Park. Ja, dort hatte alles begonnen.
Vor fünf Jahren hatte sie ihn dort abgefangen, als er das Dorf verlassen und zu Orochimaru überwechseln wollte. Sie hatte alles versucht um ihn bei sich zu haben. Sie wäre sogar mit ihm gegangen. Warum hatte er nicht einfach auf sie gehört? Dann wäre das alles nicht geschehen. Er beschloss dort hinzugehen, legte aber noch bevor er ging die Schokolade auf ihren Türabsatz. Sie sollte sie bekommen, auch wenn sie nicht da war.
Im Park angekommen – er hatte gar nicht mitbekommen, wie er überhaupt dort hingelangt war – schlenderte er noch immer geistesabwesend durch die schmalen Wege. Er konnte sie noch ganz genau an diese Gegend erinnern, er wusste wo sie war. Er war sich sicher, dass er sie dort fand. Und er sollte Recht behalten.
Dort auf der Bank, wo er sie vor fünf Jahren hingelegt hatte, nachdem er sie ausgeknockt hatte, ja, dort saß sie. Scheinbar tief in Gedanken versunken, denn sie bemerkte nicht, wie er näher kam.
Immer näher kam er auf sie zu. Erst als er aus versehen einen kleinen Zweig zerbrach, über den er gelaufen war, schrak sie aus ihren Gedanken hoch.
Als sie ihn erblickte hatte sie einen undefinierbaren Blick in ihren Augen.
//Was ist das in ihren Augen? So habe ich sie ja noch nie gesehen…//, dachte Sasuke. So viele Gefühle auf einmal. Hass, Angst, Ehrfurcht, aber auch diese gewisse Wärme war wieder vorhanden. Es schien fast so, als ob sie nicht wusste was sie jetzt tun sollte.
Sakura stand ganz plötzlich auf, wandte sich ab und wollte loslaufen, bis sie Sasukes Stimme vernahm.
„Bitte warte, Sakura. Hör mir nur dieses eine Mal zu…“, sie stand nun still, daher beschloss er weiterzureden.
„Ich kann dir keinen Grund für das nennen, was ich dir jetzt sage, aber…ich-…ich habe mich verliebt, Sakura.“
Die Angesprochene horchte auf. Was hatte er gesagt? Er hatte sich verliebt? Aber in wen? Doch nicht etwa…nein, das war unmöglich. Sie wollte das nicht hören, es waren doch alles bloß Lügen, alles nur gemeine Lügen, die sie verletzten sollten.
„Ich bitte dich, Sakura. Denk jetzt nichts Falsches von mir.“
//Also doch…//, dachte sie und eine gewaltige Wut stieg in ihr hoch. Sie hatte doch tatsächlich geglaubt, dass sie diejenige gewesen ist, in die er sich verliebt hatte. Sie wollte den Rest nicht mehr hören. Ohne ihn noch eines Blickes zu würdigen machte sie auf dem Absatz kehrt und kam auf ihn zu.
Sasuke sah zu Boden, selbst mit dem beschäftigt was er da gerade gesagt hatte. Er erwachte erst aus seiner Starre, als er bemerkte, wie Sakura an ihm vorbeiging. Er hatte für einen Augenblick das Gefühl gehabt, als ob sie geweint hatte. Ja, tatsächlich. Er konnte für den Bruchteil einer Sekunde Tränen auf ihrem Gesicht erkennen.
Sein Körper reagierte fast von ganz allein. Es war schon fast zu spät gewesen, doch dann drehte er sich um und griff nach ihrer Hand, was Sakura zusammenzucken ließ.
Was sollte das? Warum hielt er sie zurück?
Was als nächstes geschah, bekam sie gar nicht mehr richtig mit. Das Einzige was sie spürte war ein sanfter Druck auf ihren Lippen. Ihre Augen waren geschlossen und einzelne Tränen bahnten sich den Weg über ihre Wangen herunter. Doch nun konnte sie noch etwas fühlen: Etwas wischte die Tränen fort: Ein sehr warmes, angenehmes Gefühl.
//Sasuke-kun…bin ich es, die du willst? Bin ich diejenige in die du dich verliebt hast?//
Als ob er Gedanken lesen könnte, löste sich Sasuke von ihr. Er lehnte sich mit seiner Stirn gegen ihre und blickte ihr in ihre wunderschönen grünen Augen, die sie nun geöffnet hatte.
„Sakura…ich habe so lange versucht zu dir durchzudringen. Du warst die einzige, die mich nie aufgegeben hat, die immer an mich geglaubt hat. Dafür danke ich dir.“
Er unterbrach sich kurz und sah ihr noch einmal tief in die Augen, dann legte er seine Arme um sie und zog sie zu sich heran. Das wollte er schon so lange tun. Er hatte es geschafft, endlich.
„Sasuke-kun…? Wieso tust du das?“, fragte Sakura, sie wollte noch weiterfragen, doch Sasuke schnitt ihr das Wort ab.
„Sakura…du bist die Einzige für mich und das wirst du auch immer bleiben, egal was noch geschehen wird. Nichts wird mich dazu bringen dich je wieder loszulassen.“
Er löste langsam seinen Arm und hob mit der freien Hand ihr Kinn an. Noch ein letztes Mal sah er ihr in die Augen, bevor er die seinen wieder schloss und ihr ein Stück näher kam. Sakura selbst tat es ihm gleich, mehr aus Reflex als aus Verstand.
Niemand sollte die beiden stören, die nun eng umschlungen dort standen und sich sanft küssten, nie wieder sollten sie durch etwas getrennt werden.
Bis in die Ewigkeit…
-The End-