Epilog: Das Ende
Es klopfte leise an Mileys Tür. Die Brünette hatte versucht zu schlafen. Sie schreckte kurz auf, entspannte sich aber wieder, als sie sah, wer in der Tür stand.
Es war Lilly.
„Ich kann nicht schlafen.“, sagte sie leise. Dann schlich sie langsam auf ihr Bett zu und kroch, ohne Miley zu fragen, unter die Decke. Ihr Körper war kühl und ihre Haut roch nach der frischen Nachtluft.
„Deshalb kommst du extra zu mir gelaufen?“, flüsterte Miley ihr ins Ohr.
„Natürlich, zu wem soll ich denn sonst?“
„Gute Antwort.“, Lilly drehte sich zu Miley um. Der Mond schien genau durch die große Glastür gegenüber. Sein silbernes nachtbleiches Licht fiel auf das eingerahmte Bild der beiden auf Mileys Kommode.
Sie wagte kaum zu Atmen, als sie es betrachtete.
Lilly drehte ihr wieder den Rücken zu und kuschelte sich wie ein kleines Tier an ihren Bauch.
Miley dachte nicht länger über das nach, was sie tat. Sie legte ihre Arme um Lilly, lauschte ihrem flatternden Atem. Es beruhigte sie irgendwie und schon bald fand auch sie sich im Land der Träume wieder.
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Lilly wachte am nächsten Morgen früher auf als Miley. Sie ertappte sich dabei, wie sie ihr Gegenüber minutenlang anstarrte, bis sie bemerkte, dass sich ihre Augen langsam für einen Spalt breit öffneten.
Ein Lächeln umspielte Mileys Lippen, als sie Lilly so neben sich liegen sah.
„Lange her, dass das Aufwachen so schön war.“
Lilly lächelte. Die letzte Woche war die schönste in ihrem ganzen Leben gewesen. Bisher hatten nur wenige Leute von ihr und Miley erfahren. Darunter Mr. S und Oliver. Ihre Mutter hatte bisher keine Ahnung. Vielleicht war das der Grund gewesen, warum sie bei sich Zuhause nicht hatte einschlafen können. Der Gedanke an ihre Mutter. Sie würde es ihr früher oder später erzählen müssen. Besser sie hörte es zuerst von ihr, als von jemand anderes.
„Morgen Miles. Gut geschlafen?“
„Könnte nicht besser sein. Und du? Ging es unter meiner Obhut dann doch noch?“
Lilly lachte kurz.
„Aber so was von. Du hast alle bösen Gedanken vertrieben.“, ihr Gesichtsausdruck veränderte sich und auch Miley dachte nun nach.
„Du willst es deiner Mutter bald sagen oder?“, die Blonde nickte.
„Ich halt das einfach nicht aus. Ich hatte nie Geheimnisse vor meiner Mutter und sie hat mich immer verstanden. Aber ich weiß nicht, wie sie mit diesem hier umgehen wird…“
Miley zog Lilly zu sich heran und küsste sie auf die Stirn.
Lilly schaute sie aus ihren großen, blauen Augen an, dann grinste sie.
„Danke Miles. Ich liebe dich.“
„Ich dich auch. Und egal was passieren wird, meine Gefühle für dich werden sich niemals ändern.“
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Die beiden machten sich am Nachmittag auf zum Haus der Truscotts. Seit Lilly das Haus am Abend zuvor verließ, hatte sich nichts verändert. Drinnen brannte kein Licht, nichts. Lag ihre Mutter möglicherweise noch im Bett? Nein, eher nicht.
Miley sah, dass die Angst in Lilly hoch kroch. Sie versteifte sich immer mehr. Sie nahm Lillys Hand in ihre und drückte sie einmal kurz, um zu zeigen, dass sie da war. Sie würde sie nicht verlassen.
Lilly schöpfte neuen Mut und schloss auf.
„Mum? Bist du da?“, erst tat sich nichts, doch dann bewegte sich oben am Treppenabsatz etwas und schon kurze Zeit später stand Lillys Mutter vor ihnen.
„Hallo, Mrs Truscott.“
Die Angesprochene wollte gerade antworten, als ihr auffiel, dass die beiden Mädchen ihre Hände fest ineinander verankert hatten. Sie beäugte das Ganze misstrauisch.
„Also…was wolltest du mir sagen, Lilly?“
Miley merkte sofort, dass sich Lillys Hand wieder verkrampfte, als sie sah, worauf ihre Mutter kurz zuvor noch geblickt hatte.
Lilly schloss die Augen und atmete einmal tief ein und aus, bevor sie den einen Satz sagte, der alles verändern sollte.
„Miley und ich sind zusammen.“, ihre Mutter sog scharf die Luft ein, doch dann meldete sie sich zu Wort.
„Wie zusammen? Ihr steht hier zusammen. Das sehe ich doch.“
>Stelle dich nicht dümmer, als du bist, Mum…<, dachte Lilly.
„Nein, Mum. Ich liebe sie. Sie liebt mich. Und zwar nicht nur als beste Freundin, falls du vorhattest, weiter zu fragen.“, die Blonde blickte ihrer Mutter nun tief in die Augen. Sie wagte es kaum zu blinzeln und Miley konnte die Spannung zwischen den beiden fast spüren. Sie merkte, dass sie Lilly die Kraft gab standzuhalten. Sie würden auch das hier überstehen.
Nach etwa einer Minute des Schweigens brach Mrs Truscott den Augenkontakt zu ihrer Tochter ab und ging - den beiden den Rücken kehrend – in die Küche. In Türrahmen blieb sie dann noch einmal stehen und sagte:
„Wo die Liebe hinfällt, richtig? Ist okay, Lilly.“
Miley wandte sich nun sofort Lilly zu und schüttelte sie kräftig durch.
„Lils? Hey, Erde and Lilly! Bist du noch da?“
„Lilly ist zurzeit nicht zu sprechen. Bitte hinterlassen sie eine Nachricht nach dem ‚Piep’.“, der glasige Blick der Blonden wirkte wieder lebendiger und sie grinste Miley überglücklich an.
„Es hat geklappt, Miles! Sie wirft mich nicht raus!“, ohne weiter nachzudenken, schlang Lilly ihre Arme um Miley und drückte sie an sich.
„Ich danke dir.“, sie drückte Miley wieder etwas von sich und küsste sie.
Endlich war alles gut.
-The End-