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Right Here 5 |
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Das Konzert
Seit dem Karaoke-Abend war wieder eine weitere Woche vergangen und Lilly hatte über Miley nichts weiter in Erfahrung bringen können, außer dass sie sich WIRKLICH darum kümmerte, dass niemand in ihren Schrank sah. Was konnte da denn schon großartig drin sein, huh?
Wie auch immer. Zurzeit hatte die Blonde so oder so kein Interesse daran, ihn zu öffnen. Das einzige, an das sie dachte, war das Hannah Konzert, das am nächsten Abend stattfinden sollte.
Sie war ihrer Mutter so dankbar, dass sie ihr zwei Karten besorgt hatte, dass sie sie jeden Morgen einmal fest drückte, um zu zeigen, wie sehr sie sie dafür liebte.
Dabei waren die Karten an sich eigentlich gar nichts Besonderes. Es war eher die Tatsache, dass die Karten ihr Plätze für die erste Reihe klarmachten, die sie so unter Strom setzte.
Miley hatte natürlich keine Ahnung, weshalb Lilly sich so aufführte, warum sie so hibbelig war, daher sprach sie sie auf dem Weg zur Schule darauf an.
„Sag mal, Lilly, wieso bist du so aufgekratzt? Ist irgendetwas Besonderes los?“
Lilly starrte sie daraufhin erst einmal entgeistert an.
„Weißt du tatsächlich nicht, was los ist?“, sie schaute ihre Freundin fast geschockt an, als diese den Kopf schüttelte.
„Morgen Abend ist ein Hannah Konzert! Und ich habe zwei Karten für die erste Reihe, Miles!“
Daraufhin fiel auch bei Miley der Groschen. Stimmt, sie hatte Recht. Miley war mittlerweile so sehr an die Auftritte gewöhnt, dass sie nicht mehr nervös wurde, wenn einer bevorstand.
Was ihre Nervosität nun allerdings verstärkte war der Gedanke daran, dass sie Lilly morgen direkt vor sich haben würde. Hoffentlich bemerkte sie nichts.
Miley merkte gar nicht, dass sie die ganze Zeit in Gedanken war, bis sie plötzlich ein Schnipsen direkt vor ihrem Gesicht wahrnahm.
„Hey, Miles, ich hab dich was gefragt.“
„Wa- … ja? Sorry, ich habe nicht zugehört.“
„Ja, das hab ich auch gemerkt, Dussel. Ich wollte wissen, wann ich dich morgen Abend abholen soll. Wir wollen ja schließlich nicht zu spät zum Konzert kommen!“
Mileys Augen weiteten sich. Oh shit. Lilly dachte tatsächlich, dass sie mitkommen würde. Jetzt wo sie darüber nachdachte fiel ihr auch wieder ein, dass Lilly etwas von ZWEI Karten gesagt hatte. Oh Mist, sie musste sie irgendwie abwimmeln.
„Uhm, Lils, tut mir leid, aber ich habe morgen gar keine Zeit. Du hättest vorher fragen sollen, bevor du mich eingeplant hast.“
Lilly grinste einfach weiter vor sich hin und rollte mit ihrem Skateboard ein kleines Stück vor. Doch als sie realisierte, was Miley gerade gesagt hatte, drehte sie sich abrupt um.“
„Ja j- … WIE BITTE?! Miley, das kann doch nicht dein Ernst sein! Was zur Hölle kann wichtiger sein, als the one, the only Hannah Montana?!“
Da hatte sie sich jetzt aber was eingebrockt. Lilly wartete auf ihre Antwort. Aber ihr fiel nichts ein, verdammt! Doch dann…
„Na ja…Dad wollte mich und Jackson morgen mit zu unseren Verwandten in der Nachbarstadt schleppen. Sie haben uns schon lange nicht mehr gesehen, daher besteht Dad darauf, dass wir mitkommen.“, Lüge, dicke Lüge, aber es musste sein. Hoffentlich kaufte Lilly ihr den Scheiß ab.
Und tatsächlich veränderte sich Lillys Gesichtsausdruck, Glück gehabt.
„Hm…okay. Dann werd ich Oliver mitnehmen, aber ich verstehe trotzdem nicht, warum du dir das entgehen lässt…“, Miley trat näher an die Blonde heran und berührte ihren Arm.
„Entschuldigung, Lilly. Aber es geht nun mal nicht anders.“
-
Der Rest des Tages verlief relativ ruhig. Lilly war zwar die ganze Zeit über ziemlich geknickt und schaute traurig aus der Wäsche, aber dafür freute sich Oliver umso mehr, als sie ihm eine der beiden Karten überreichte.
Miley berichtete ihrem Vater und Jackson nach der Schule schnell von ihrer Lüge, damit sie – falls Lilly doch noch nachfragen wollte – von beiden gedeckt werden konnte.
Doch glücklicherweise schien Lilly nicht das Bedürfnis zu haben und das Abendessen verlief ebenfalls sehr ruhig und normal.
-
Am nächsten Morgen schlief Miley erst einmal aus, im Gegensatz zu Lilly. Diese hatte schon am vorherigen Abend Probleme gehabt einzuschlafen und nun war sie schon seit sieben Uhr wach, da sie in Gedanken ständig bei dem Konzert war, zu dem sie und Oliver später gingen.
Sie konnte den ganzen Tag über an nichts anderes denken und als es dann endlich soweit war - fünf Uhr – wurde sie so nervös, dass sie schon merkte, wie ihr Puls immer schneller schlug.
Sie fuhr beinahe aus ihrer Haut, als es plötzlich an der Tür klingelte. Es konnte ja nur Oliver sein, um sie abzuholen, daher rannte sie los und riss die Tür auf.
Vor ihr stand ihr bester Freund und grinste breit, als er die Blonde unter die Lupe nahm. Sie hatte sich tatsächlich etwas anderes angezogen. Nicht wieder ihre Skaterklamotten, sondern etwas – wie würde seine Mutter sagen – „Feineres“. Die Haare offen mit rotem Tanktop und dunkler Röhrenjeans, anders als sonst halt.
„Hey Lils, bereit für den besten Abend deines gesamten Lebens?“, fragte er lachend.
„Mach mich nicht noch nervöser, Ollie! Wenn mein Puls noch weiter steigt, bekomm ich noch 'ne Herzattacke!“
„Beruhig dich erstmal. Sonst kippst du mir nachher wirklich noch um…, na ja, lass uns jetzt los. Ich hab echt keinen Bock mich da durch die ganzen Leute durchkämpfen zu müssen, um zu unseren Plätzen zu kommen.“
Er nahm sie bei der Hand und zog sie zu seinem Auto. Lilly setzte sich herein, was allerdings nichts daran änderte, dass sie sich immer mehr versteifte. Sie sah Oliver völlig geschockt an, während ihr jegliche Farbe aus dem Gesicht wich.
„W-Was ist, wenn sie mich direkt ansieht oder mich sogar anlächelt? Ich glaub ich werd in Ohnmacht fallen!“
„Ach komm schon, Lils. Auf den Tag hast du dich seit Wochen gefreut, reg dich ab und grins zurück, falls es tatsächlich dazu kommen sollte. Das ist dann doch nur ein Zeichen dafür, dass sie dich mag oder nicht?“
Lilly reagierte gar nicht mehr, versuchte sich erst einmal zu beruhigen. Es gelang ihr auch, als sie massig andere Fans sah, die vor der großen Halle standen, in der das Konzert stattfinden würde. Einige von denen sahen auch nicht besser aus als sie, manche waren kurz vorm Kreislaufkollaps, während sie sich schon wieder beruhigt hatte.
>So schlimm kann’s ja gar nicht werden…<
Als die beiden endlich ihre Plätze erreichten, waren nur noch knapp zehn Minuten bis zum Beginn übrig. Lilly hatte sich Olivers Ratschlag zu Herzen genommen und entspannte sich völlig.
Die zehn Minuten waren wie im Flug vergangen, als auf einmal alle Lichter ausgingen. Ein Raunen ging durch die Masse, bis plötzlich die hintere Wand der Bühne, wo eine große Milchglaswand befestigt war, von zwei riesigen Scheinwerfern beleuchtet wurde. Auch hinter der Wand wurden Lichter angemacht, sodass man den Schatten einer Person erkennen konnte, die davor stand. Die Menge schrie und pfiff so laut, dass Lilly große Mühe hatte, um das zu verstehen, was Oliver rief. Letzten Endes gab sie die Entzifferungsversuche auf und konzentrierte sich wieder auf die Bühne.
An beiden Seiten wurden nun Nebelmaschinen eingeschaltet, die den ganzen Boden mit Qualm bedeckten.
Von links kam nun die erste Person auf die Bühne. Es war ein Gitarrist, der die ersten Akkorde anspielte. Er rief etwas in sein Headset.
„Hallo und herzlich Willkommen zum letzten Konzert der diesjährigen Tour“, die Menge wurde immer lauter, Ungeduld kam auf, „seid ihr bereit für die einzige, die wahre HANNAH MONTANA?! Helft mir, sie auf die Bühne zu holen! Schreit so laut ihr könnt ihren Namen! Auf 3! 1…2…3!“
Lilly schrie aus vollen Lungen, die Menge tat es ihr gleich.
„HANNAH! HANNAH! HANNAH!“
Als ob die Rufe tatsächlich etwas bewirkt hätten, wurde nun die Glaswand hochgefahren und der blonde Popstar kam zum Vorschein. Sie sprang auf die Bühne und rief:
„Hallo L.A.! Ich hoffe ihr seid alle gut drauf und habt viel Power, damit ihr alle Songs mitsingen könnt! Okay. Let’s rock! Der erste Song heute Abend ist ‚I got nerve’!“
Die ersten Noten wurden angespielt und Miley gab einfach alles.
We haven't met
And that's OK
'cause you will be asking for me one day
Don't want to wait
In line
The moment is mine believe me
Don't close your eyes
'cause it's a chance worth takin'
And I think that I can shake you
Als der Refrain angespielt wurde, blickte sich sich kurz um und grinste das Publikum an, auf der Suche nach ihrer besten Freundin.
I know where I stand
I know who I am
I would never run away when life gets bad, it's
Everything I see
Every part of me
Gonna get what I deserve
I got nerve
Während sie die letzten Worte wiederholte, sah sie sich in der ersten Reihe um und fand Lilly und Oliver endlich. Sie konnte einfach nicht anders, als die Blonde anzugrinsen, welche daraufhin ihren Kopf nach links und rechts wendete und mit einem verdutzten Gesicht mit dem Finger auf sich deutete. Miley nickte und es sah kurz darauf wirklich so aus, als ob Lilly der Ohnmacht nahe war. Doch sie riss sich zusammen und grinste zurück.
Miley wandte sich wieder ihrer Band zu und beendete den Song.
Lilly hingegen drehte sich zu Oliver und schrie ihm ins Ohr:
„Hast du DAS gesehen?!“, der Junge nickte, klopfte ihr auf die Schulter und bedeutete ihr damit, dass sie sich wieder auf das Konzert konzentrieren sollte.
Es folgten noch viele weitere Songs und Miley konnte einfach nicht widerstehen, das vorherige Spiel mit Lilly immer und immer wieder zu wiederholen. Diese gewöhnte sich mit der Zeit daran und lachte immer mehr, wenn „Hannah“ es wieder tat.
„So Leute! Ihr wart ein großartiges Publikum, ich hoffe ihr seit bei der nächsten Tour wieder mit dabei!“, sie schaute noch einmal zufrieden in die Runde.
„Jetzt kommt der letzte Song für heute, auch ich muss mal schlafen“, sie lachte, „Just like you!“
Die Gitarristen gaben alles, um den Song perfekt anlaufen zu lassen und Miley rannte wieder wie wild auf der Bühne herum. Sie wusste ganz genau, was sie wollte.
So what you see
Is only half the story
There's another side of me
I'm the girl you know
But I'm someone else too
If you only knew
Sie bewegte sich langsam auf Lilly zu und streckte ihre Hand aus.
It's a crazy life
But I'm alright
Lilly war verwirrt und aufgeregt zugleich und nahm die Hand. Ein vertrautes Gefühl durchströmte sie, doch sie hatte nicht großartig viel Zeit darauf eingehen zu können, als Hannah sie bereits auf die Bühne gezogen hatte.
„Kennst du den Text? Dann sing mit mir!“, hauchte sie der Blonden ins Ohr.
I got everything I've always wanted
Living the dream
So yeah, everything I've always wanted
isn't always what it seems
I'm a lucky girl
Whose dreams came true
But underneath it all
I'm just like you
Auch Lilly gab alles und Oliver traute seinen Augen kaum, als er die beiden so da oben sah.
Don't wanna be treated differently
I wanna keep it all inside
Half the time I've got my name in lights
The other half I'm by your side
It's a crazy life
But I'm just fine
I got everything I've always wanted
Living the dream
So yeah, everything I've always wanted
isn't always what it seems
I'm a lucky girl
Whose dreams came true
But underneath it all
I'm just like you
Yeah-ee yeah
Can't you see
I'm just an ordinary girl
Living in an extra-ordinary world
Trying to live
Trying to learn
Trying to just be who I am
Who I am
I got everything I've always wanted
Living the dream (the dream)
So yeah, everything I've always wanted (always wanted)
isn't always what it seems
I'm a lucky girl
Whose dreams came true
But underneath it all
I'm just like you
“Alles klar?”, fragte Hannah Lilly, kurz vor Ende des Songs.
„Könnte nicht besser sein!“, rief Lilly und beide sangen den letzten Chorus.
I got everything I've always wanted
Living the dream (livin' the dream)
So yeah, everything I've always wanted (always wanted)
isn't always what it seems
I'm a lucky girl
Whose dreams came true
But underneath it all
I'm just like you
“Danke L.A. für diesen tollen Abend, ihr wart klasse!”, sie blickte zu Lilly.
„Und auch vielen Dank an dich…?“, sie tat so, als ob sie den Namen der Blonden nicht kannte.
„Lilly. Ich danke dir auch, Hannah!“
„Okay, du warst super, Lilly. Vielleicht trifft man sich ja mal wieder!“, sie umarmte Lilly kurz und verschwand dann hinter der Bühne, nachdem sie Lilly zurück zu ihrem Platz begleitet hatte.
Oliver packte Lilly an den Schultern und schüttelte sie erst einmal gründlich durch, da ihr Blick irgendwie glasig und verträumt wirkte.
„Lilly, alles okay?“, sie lachte, als sie merkte, wie sie sich benahm.
„Das war einfach der Oberhammer, Ollie! Ich- ... sie pickt verdammt noch mal mich aus all den Leuten hier heraus!“
Oliver nahm sie an der Hand, dem Strom der anderen Leute folgend, die alle zur Eingangshalle liefen, um sich alle möglichen Gegenstände von Hannah signieren zu lassen, die nun noch alle Hände voll zu tun hatte. Kein Verschnaufpause für Stars, niemals.
Auch Oliver und Lilly drängten sich in die Schlange.
Etwa eine Viertelstunde später waren nur noch zwei weitere Leute vor ihnen, bis sie dann endlich an der Reihe waren.
Lilly – die ihr Allerheiligstes dabei hatte – legte das Skateboard auf den Tisch und Miley sah verblüfft auf. Ihre Gesichtszüge wurden weicher und ein Lächeln umspielte ihren Mund, als sie Lilly vor sich sah und ihr tief in die Augen blickte.
„’Für Lilly’ nehme ich an, hm?“
„Gerne doch. Und danke noch mal für vorhin. Das war echt das Beste, was mir je im Leben passiert ist.“
Sie signierte das Skateboard und ohne groß nachzudenken, stand sie auf und schlang ihre Arme um Lilly.
Die Blonde konnte kaum glauben, was gerade geschah.
„Du- was…oh mein Gott.“, das Gefühl von Hannah, die sie umarmte kam Lilly so vertraut vor, dass sie wie aus Reflex ebenfalls ihre Arme um den Körper der anderen legte.
„Miley…“, flüsterte sie. Miley hatte trotz der Lautstärke in dem Raum ganz genau verstanden, was Lilly eben geflüstert hatte und riss erschrocken ihre Augen auf.
„Was- … hast du was gesagt?“, fragte sie.
Lilly erwachte aus ihrer „Trance“ und schüttelte schnell den Kopf.
„Nichts, es ist nichts.“, sie lächelte verlegen.
„Danke für alles, Hannah. Bis zum nächsten Konzert, ich werde da sein.“
Ohne auf eine Antwort zu warten, schnappte sie sich ihr Skateboard und zog Oliver mit der freien Hand Richtung Ausgang und ließ eine verdutzte Miley/Hannah zurück.
Hatte sie sich geirrt?
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„Es war der absolute Oberhammer, Miles! Das hättest du sehen müssen, man. Ich habe tatsächlich mit Hannah auf der Bühne gestanden und einen Song gesungen. So etwas hab ich noch nie erlebt, echt mal…“
Miley hatte Lilly sofort angerufen, als sie nach der Signierstunde wieder Zuhause ankam. Sie wollte ja wissen, was auf dem Konzert geschehen war, na ja, zumindest musste sie so tun, Freunde taten so etwas nun einmal, auch wenn sie genau wusste, was geschehen war.
Lilly konnte zum Glück nicht sehen, wie sich Miley gerade fühlte; sie konnte auch nicht sehen, dass Miley total rot im Gesicht geworden war, da Lilly mit Komplimenten über Hannah um sich warf. Sie konnte ja nicht wissen, über wen sie da die ganze Zeit sprach.
„Lilly, können wir Schluss machen? Den Rest kannst du mir ja morgen oder so erzählen. Ich nehme an, du kommst eh vorbei, hm?“
Miley hörte Lilly am anderen Ende der Leitung brummen und lächelte. Ungeduldig, so wie sie sie kannte.
„Okay Miles, bis morgen dann. Bin so gegen drei bei dir.“
„Wir sehn uns.“, fast gleichzeitig legten sie auf.
Miley ließ sich auf ihr Bett fallen.
„Was hab ich nur getan? Lilly hat zwar nichts über die Ähnlichkeit erwähnt, aber sie kann mir nicht erzählen, dass sie nichts gemerkt hat…“, sie hätte sich am liebsten selbst geohrfeigt.
„Ich Idiot, da kann ich ihr ja gleich die Wahrheit erzählen! Aber wird sie mich dann immer noch so behandeln, wie zuvor auch?“
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