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Right Here 2 |
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Erstes Treffen
„Truscott, das ist jetzt schon das vierte Mal, dass ich dich beim Essen im Unterricht erwische. Du gehst jetzt sofort ins Büro des Direktors.“, sagte Ms. Kunkle aufgebracht und wies mit dem Zeigefinger zur Tür.
Lilly seufzte leise und packte ihre Sachen in die Tasche. Diese hing sie sich lässig überdie Schulter und marschierte aus dem Raum.
„Ich kann diese Frau einfach nicht ab! Die hat doch ´nen Narren an mir gefressen, man…“
Lilly hasste ihre Lehrerin schon seit sie denken konnte. Das Schlimmste an der ganzen Sache war allerdings, dass sie Oliver mit hineinzog. Sie behandelte alle anderen Schüler der Klasse ganz normal und freundlich, nur auf Oliver hackte sie herum, weil er mit ihr befreundet war.
Das ganze war mittlerweile nicht einmal mehr ein Groll, Abscheu traf das ganze dann doch besser.
Lillys Füße trugen sie schon fast von selbst zum Büro des Direktors. Sie kannte den Weg in und auswendig, da sie nicht das erste Mal hierher geschickt wurde.
Sie klopfte vorsichtig an die Tür und vernahm kurze Zeit später ein „Herein“.
Sie drückte die Klinge und betrat den kleinen Raum.
Der Direktor blickte auf und ein Lächeln umspielte seinen Mund. Im Gegensatz zu Ms. Kunkle mochte Lilly diesen Mann. Er war immer nett zu ihr, egal was sie getan hatte.
„Ah, Lillian. Was haben Sie diesmal verbrochen?“
„Dasselbe wie zuvor auch, gar nichts! Ms. Kunkle sucht nur ständig nach einem Grund, mich bestrafen zu können.“
Er lachte kurz.
„Oh ja stimmt. Ich habe bereits von Ihren Auseinandersetzungen gehört. Nun denn“, er blätterte in einer Schülerakte auf dem Tisch, „Sie kommen wie gerufen. Ab morgen werden wir eine neue Schülerin an der Schule haben und ich habe noch nach jemandem gesucht, der sie herumführen könnte. So wie ich das sehe, würde für Sie dabei auch etwas herausspringen, wenn Sie nichts dagegen haben.“
Lilly wurde hellhörig. Eine neue Schülerin herumführen, während die anderen im Unterricht sitzen? Aber hallo!
„Was meinen Sie damit, Sir?“
Er durchsuchte eine der unzähligen Schubladen seines Tisches und fand schließlich das Objekt seiner Begierde: Lillys Stundenplan.
„Sie haben in den ersten beiden Stunden Ms. Kunkle, richtig? Wie wäre es, wenn ich Ihnen diese Schmach erspare und sie stattdessen die Neue herumführen lasse?“
Lilly wäre dem alten Mann fast um den Hals gesprungen. Natürlich! Sie reichte ihm die Hand und nahm das Angebot dankend an.
„Gut“, sagte er, „dann sei morgen früh bitte gegen 8 Uhr hier. Alles Weitere besprechen wir morgen.“
-
Grinsend verließ Lilly die Schule. Es machte für sie keinen Sinn mehr, jetzt noch zurück in die Stunde von Kunkle zurück zu gehen. Es wäre so oder so ihre letzte gewesen, da machten ein paar Minuten mehr oder weniger auch nichts mehr aus.
Außerhalb des Gebäudes holte Lilly ihr Skateboard aus dem Rucksack, das sie immer bei sich hatte. Es war – neben Oliver – so etwas wie ihr bester Freund, schon seit sie klein war. Sie tat nichts lieber, als zu Skaten.
Sie warf das Brett auf den Boden schon rollte sie los. Die anderen saßen alle noch im Unterricht, daher konnte sie unbeschwert über den Hof fahren, ohne aufpassen zu müssen, dass sie niemanden anfuhr.
Etwa einen Block vor ihrem Haus, wurde Lilly auf etwas aufmerksam. In der großen Villa, die schon seit Monaten leer stand, tat sich etwas. Vor der Einfahrt standen Autos und drinnen brannte Licht. Kamen endlich wieder neue Leute in die Gegend? Eine willkommene Abwechslung zum schnöden Leben in Malibu. Das Einzige, was man hier machen konnte, war sich am Strand zu vergnügen, was mit der Zeit aber auch langweilig wurde.
Lilly stoppte ihr Board und trat näher an eines der Fenster heran.
Tatsache! In dem Raum standen Möbel und alles war bereits an Ort und Stelle platziert.
Neugierig sah sie sich genauer um, bis ihr plötzlich etwas – oder jemand – die Sicht versperrte. Lilly blinzelte kurz erschrocken und starrte nun geradewegs in die eisblauen Augen eines Mädchens mit langen, braunen Haaren. Sie schien etwa im gleichen Alter zu sein und schien nicht minder erschrocken zu sein, als Lilly.
Als die Blonde bemerkte, dass sie die andere noch immer anblickte, zuckte sie fast unmerklich zusammen und stolperte rückwärts die Einfahrt herunter zu ihrem Skateboard und machte sich auf dem schnellsten Weg aus dem Staub.
Das andere Mädchen blickte ihr belustigt nach, bis ein Mann in mittlerem Alter hinter sie trat.
„Alles okay, Miles? Was ist denn so lustig?“
„Ach nichts, Dad. Ich dachte nur gerade daran, was morgen alles passieren könnte. Vielleicht finde ich ja endlich ganz normale Freunde…“
„Sicher wirst du das, Miles. Wer könnte dem Stewart-Charme schon widerstehen.“, antwortete der Vater der Brünetten und schloss seine Arme um sie.
„Wie wäre es mit den Leuten aus Tennessee, die ich zu kennen geglaubt habe?“, flüsterte sie leise, sodass ihr Vater sie nicht verstand.
„Was war das?“
„Nichts, Dad. Alles in Ordnung. Ich räum dann jetzt mal meine Sachen ein, komme dann später zum Essen runter…“
„Ist gut, Spatz.“, sagte er und blickte seiner Tochter skeptisch hinterher. Hoffentlich würde hier alles gut klappen. Sie sollte endlich wieder glücklich werden.
-
>Dieses Mädchen…ich habe noch nie so schöne blaue Augen gesehen.<
Miley lag auf ihrem neuen Bett und starrte an die Decke. Sie hoffte wirklich, dass sie die Blonde bald wieder sah. Sie schien nett zu sein, auch wenn man das durch einen einminütigen Blickkontakt nun wirklich nicht feststellen konnte.
Sie drehte sich auf die Seite.
„Ich hoffe morgen geht alles gut und ich finde Leute, mit denen ich mit gut verstehe…“, murmelte sie und schloss die Augen. Die erste Nacht in einem neuen Zuhause war doch immer die schwierigste.
-
„Was zur-?!“, schrie Lilly sich selbst an, als sie sich in ihrem Zimmer breit machte. Ihre Mutter war nicht Zuhause, musste arbeiten und von ihrem Vater wollte sie gar nicht erst anfangen. Der Kerl hatte seine Familie verlassen, als Lilly gerade mal sechs Jahre alt war. So ein Arsch.
Lilly schritt auf und ab und als sie zu dem Schluss kam, dass das nichts brachte, kniff sie sich in die Wange.
„Okay, ich träume nicht. Bin wach… woah! Ich habe noch nie in meinem Leben solche Augen gesehen. Wie sie wohl heißt? Würde sie zu gerne wieder sehen.“
Sie setzte sich auf ihr Bett und blickte aus dem Fenster, bis sie ein Gefühl überkam.
„MOMENT mal! Neue Schülerin, neue Leute in der Gegend, Tochter müsste mein Alter sein…kein Zweifel, sie ist es. Da bin ich mir so sicher, wie noch nie zuvor.“
Fast glücklich über ihre Feststellung machte Lilly das Licht aus und legte sich schlafen.
>Hoffentlich werde ich morgen früh nicht enttäuscht…<
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Am nächsten Morgen wachte Lilly relativ früh für ihre Verhältnisse auf. Sie zog sich an und ging runter, um zu frühstücken, die ganze Zeit mit einem kleinen Grinsen im Gesicht.
Ihrer Mutter wäre fast die Kaffeetasse aus der Hand gefallen, als sie ihre Tochter so sah.
„Lilly, du- … du bist schon wach?“, sie versuchte den überraschten Unterton aus ihrer Stimme zu verbannen, doch vergebens. Das war schon fast ein Wunder, ihre Tochter so früh am Morgen und dazu noch GUT gelaunt zu sehen. Normalerweise schlief sie doch immer so lange, bis es schon fast zu spät war, um rechtzeitig zur Schule zu kommen.
„Dir auch einen guten Morgen, Mum.“, sagte sie und nahm sich ein Stück Toast.
„Ich werde heute etwas früher zur Schule gehen, hab noch was zu tun.“
„Ist gut, Lilly. Wir sehen uns dann heut Abend.“, antwortete die Frau und nahm – noch immer leicht verdutzt – einen weiteren Schluck Kaffee zu sich.
„Geht klar, bis später dann, Mum.“
Lilly winkte noch kurz und verließ dann mit ihrem Board unter dem Arm das Haus.
-
„Guten Morgen, Mr. Stewart, Miley, Jackson. Ich freue mich, Sie an der Seaview High begrüßen zu dürfen.“
„Ganz unsererseits, Sir. Es ist wirklich sehr nett von Ihnen, die beiden um diese Zeit noch anzunehmen. Immerhin sind wir schon mitten im Schuljahr.“, sagte Mr. Stewart und lächelte leicht.
„“Das stellte von Anfang an kein besonders großes Problem dar. Immerhin wurden die beiden schon vorher gut darauf vorbeireitet und haben all den Stoff schon durchgenommen.“
Miley hörte die beiden Erwachsenen reden, beachtete sie aber nicht weiter. Sie tauschte nur weiterhin nervöse Blicke mit ihrem Bruder Jackson aus, der als Senior in die Schule eintreten würde. Hoffentlich lief hier alles gut und sie würde sich nicht weiter darauf verlassen müssen, dass ihr Bruder sie beschützte.
Gerade, als sie ihre Gedanken fortsetzen wollte, klopfte es an der Tür.
Der Rektor erschrak leicht und sagte:
„Das hätte ich ja fast vergessen. Miley, Jackson, ich habe für Sie beide jeweils eine Person aus dem Unterricht befreit, die Sie in den ersten beiden Stunden herumführen wird. Kommt doch herein.“
Die Tür wurde geöffnet und sofort erkannte Miley das Mädchen von gestern wieder. Diese langen blonden Haare, die an der Seite zu einem Zopf gebunden waren und die Augen, so klar, wie noch am Tag zuvor, auch wenn diesmal eine Spur von Nervosität mitspielte.
Miley lächelte, als sie sich anblickten.
Lilly konnte einen Laut nicht unterdrücken, als sie sah, dass sich ihre Vermutungen bestätigt hatten.
Eeep!
„Ich hab’s gewusst!“, rief sie und wurde kurz darauf rot, da sie merkte, dass sie ihre Gedanken laut ausgesprochen hatte.
„Ich ähm…hi, ich bin Lilly. Freut mich.“, sagte sie und schaute verlegen zu Boden. Sie sah allerdings wieder auf, als sie bemerkte, wie jemand ihre Hand nahm, die sie zur Begrüßung ausgestreckt hatte.
„Hey, ich heiße Miley. Freut mich ebenfalls, Lilly.“
Derweil machte sich Jackson mit Cooper bekannt. Mr. Stewart, nennen wir ihn doch lieber Robbie Ray, beobachtete weiterhin die beiden Mädchen.
>Die scheinen sich doch zu kennen…na ja. Das scheint mir der Anfang einer wunderbaren Freundschaft zu sein…<
Währenddessen hielten sich die Mädchen noch immer an den Händen und blickten sich in die Augen. Keine von beiden wagte es den Blick abzuwenden.
Blau traf blau.
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